Hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist auch in vielen Tourismusgebieten nicht selbstverständlich. Selbst in den großen Hotels muss mit einer gesundheitlich bedenklichen Verunreinigung des Leitungswassers gerechnet werden. Deshalb sollten Sie in Ländern mit ungewisser Wasserhygiene das Trinken von Leitungswasser und von unbehandeltem Wasser aus anderen Quellen vermeiden. Auch zum Zähneputzen ist solches Wasser ungeeignet. Auf Eiswürfel, z. B. in Getränken, sollten Sie in jedem Fall verzichten, wenn diese nicht aus hygienisch einwandfreiem Wasser (abgekocht, gechlort oder Mineralwasser) hergestellt wurden. Meist ist es sicherer, aus einer (frisch geöffneten) Flasche zu trinken als aus einem Glas oder Becher. Unbedenklich sind in der Regel industriell abgefüllte Getränke soweit der Originalverschluss unversehrt ist, sowie abgekochte Flüssigkeiten wie Tee, Kaffee oder auch Milch.
Abkochen Konsequentes Abkochen ist eine der sichersten Methode, einwandfreies Trinkwasser zu erhalten. Klares Wasser (als Filter kann ein mehrfach gefaltetes Baumwolltuch dienen), das mindestens fünf Minuten sprudelnd gekocht hat, ist nahezu frei von Krankheitserregern, da die meisten Bakterien, Viren und auch Amöben auf diese Weise vernichtet werden. Auch Vorratsbehälter müssen sauber, am besten mit kochendem Wasser gespült sein. In größeren Höhen kocht Wasser bereits weit unter 100 Grad Celsius. Hier empfiehlt sich die Benutzung eines Dampfkochtopfes, wodurch auch Heizenergie gespart wird. Doch Vorsicht: Das Wasser verkeimt, ohne sicheren Verschluss oder zusätzlichen Schutz wieder! Da beim Kochen gelöste Gase aus dem Wasser ausgetrieben werden, hat abgekochtes Wasser einen faden Geschmack. Das läßt sich umgehen, indem man die verschließbaren Behälter, in denen man seinen Wasservorrat (am besten im Kühlschrank) aufbewahrt, nur zu etwa zwei Drittel füllt. Der Geschmack des Wassers wird dann wieder besser, da sich aus der überstehenden Luft wieder Gase im Wasser lösen. Durch den Zusatz von etwas Salz oder Zitronensaft läßt sich der Geschmack noch weiter verbessern. Wasserfilter Mit Filtern kann man Trinkwasser sehr wirkungsvoll sauber und keimfrei bekommen. Die richtige Pflege und korrekte Anwendung vorausgesetzt, sind sie sicher und zuverlässig. Allerdings werden kleine Viren wie die Erreger der Kinderlähmung und der Hepatitis A durch diese Filter nicht zurückgehalten. Gute Systeme sind allerdings relativ groß und bedeuten auf Wanderungen zusätzliches Gewicht. Die vielfach angebotenen Brita-Filter entziehen dem Wasser nur Mineralstoffe und sind zur Herstellung keimfreien Trinkwassers nicht geeignet. Chemische Wasserbehandlung Chemische Verfahren empfehlen sich nur in Ausnahmefällen zur Wasserreinigung, nämlich nur dann, wenn es keine Möglichkeit gibt, Wasser abzukochen oder zu filtern. Aber Achtung: Nur optisch klares Wasser kann durch chemische Mittel keimfrei gemacht werden. Generell sind Mittel zur chemischen Desinfektion einfach zu handhaben und besonders zur Konservierung von bereits desinfiziertem Wasser geeignet. Die generellen Vorteile sind die geringen Kosten sowie der geringe Zeitaufwand. Nachteile können eine Über- oder Fehldosierung bei unsachgemäßer Anwendung und eine geschmackliche Veränderung des Wassers sein. Chlor: Bei richtiger Anwendung entfaltet Chlor eine gute Desinfektionswirkung. Seine Wirksamkeit gegen Amöbenzysten (Erreger der Amöbenruhr) ist jedoch begrenzt. Chlor ist das am häufigsten benutzte Desinfektionsmittel und ist wirkungsvoll gegen Bakterien und einige Viren, jedoch nur in zehnfacher Konzentration sicher wirksam gegen Amöbenzysten. Aber Vorsicht: Ohne zusätzlichen Schutz verkeimt das Wasser nach einiger Zeit wieder. Silberionen: Das Wasser muss praktisch keimfrei oder sehr keimarm sein, damit Silberionen ihre Wirkung entfalten. Eine Desinfektion des Trinkwassers erfolgt nicht. Kombination von Silberionen und Chlor: Der Vorteil liegt in einer guten Desinfektion und einem gleichzeitigen Schutz vor Wiederverkeimung. UV-Behandlung: Da sinnvolle UV-Systeme fest installiert werden müssen und Strom benötigen, sind sie nur interessant bei einem längeren stationären Aufenthalt. Ungeeignete Methoden Von dem Einsatz von Kaliumpermanganat (KMnO4) zur chemischen Desinfektion von Trinkwasser (eine 0,15 prozentige Lösung desinfiziert nach zehn bis zwanzig Minuten Einwirkzeit) raten wir ab. Eine Überdosierung kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Auch Jod wird nicht empfohlen, da es häufig allergische Reaktionen auslöst und Personen mit Schilddrüsenerkrankungen gefährdet. Alkohol desinfiziert Wasser nicht. Deshalb sollten auch Mixgetränke wie Longdrinks nur mit behandeltem Wasser hergestellt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann verschiedene Möglichkeiten der Wasseraufbereitung miteinander kombinieren (z. B. Abkochen und chemische Desinfektion).
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