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19.

September

Die Geschichte von Mallorca

Die Mallorquiner waren über Jahrhunderte der Spielball anderer Mächte, so wie heute auch wieder behauptet wird. Die Abgeschiedenheit einer Insel zeigt eigentlich überall bestimmte Merkmale, wie auffällige Ruhe, unerhörte Geduld und das Hängen an alten Gewohnheiten. Auch der strategisch günstige Punkt Mallorcas im Mittelmeer, prägte die Geschichte der Insel. Steinschleudern machten die Bewohner des Archipels auf den Schlachtfeldern der Antike so berühmt, dass die Griechen sie "Balearen" (ballein = Werfen, schleudern) nannten. Geprägt wurde Mallorca unter anderem durch seine Frontstellung in den über 1000jährigen Konflikten zwischen Christen und Mauren. Noch heute hört man mallorquinische Mütter ihre nicht hörenden Kinder mit dem Ausruf erschrecken, "venen els moros", die Mauren kommen. Besonders finsteren Drohungen waren die Mallorquiner im Mittelalter ausgesetzt: Im Inneren jedoch wachte die allmächtige Inquisition grausam über die Einhaltung der katholischen Glaubensregeln.

Von Außen brachten maurische Freibeuter Plünderung, Tod und Sklaverei. Um diese Gefahren besser abwehren zu können, wurde ein System von Wachtürmen errichtet. Jeweils einer in Sichtweite des anderen. Zudem wurden die Dörfer in sicherer Entfernung von der Küste und dem jeweiligen Hafen gebaut. So entstanden die heutigen Orte Sóller - Port de Sóller oder Pollenca - Port de Pollenca. Im Inneren jedoch wachte die allmächtige Inquisition grausam über die Einhaltung der katholischen Glaubensregeln. Von Außen brachten maurische Freibeuter Plünderung, Tod und Sklaverei. Um diese Gefahren besser abwehren zu können, wurde ein System von Wachtürmen errichtet. Jeweils einer in Sichtweite des anderen. Zudem wurden die Dörfer in sicherer Entfernung von der Küste und dem jeweiligen Hafen gebaut. So entstanden die heutigen Orte Sóller - Port de Sól-er oder Pollenca - Port de Pollenca. Die frühesten Zeugnisse einer Besiedlung auf Mallorca sind Altsteinzeitliche Begräbnishöhlen aus der Zeit ungefähr 4000 vor Christus. Den ersten Mallorquinern sagt man nach, daß sie ständig betrunken waren, keine Furcht kannten, schamlos und un-züchtig waren sowie ihre Frauen hier und da untereinander tauschten. Christus entstanden die ersten künstlichen Höhlen, Gräber und richtige Wohnstätten aus mörtellos zusammengefügten Steinblöcken die man als Navetes bezeichnete. In der Zeit zwischen 1300 und 123 vor Christus entstanden so genannte Talayot-Siedlungen mit zyklopischen Mauern und Wachtürmen, eine, Ses Paisses, ist heute noch in der Nähe von Artá zu besichtigen. Es ist nur sehr wenig bekannt über das Leben der Menschen auf Mallorca bis um das Jahr 1300 v. Chr., der Vor-Talayotische Epoche. Das die Besiedlung auf Mallorca schon schon vor 7.200 vor Chr. einsetzte beweisen Knochenfunde aus der Höhle von Canet (Esporles), die in die Zeit um 7.200 v. Chr. begutachtet wurden.

Es gibt auch Knochenfunde von ca. 5.000 v. Chr. aus den Höhlen von Son Matge bei Valldemossa. Woher die ersten Bewohner der Insel kamen, kann man nur vermuten. Kamen Sie aus Südfrankreich über den Golf von Lyon nach Mallorca oder vom spanischen Festland über Ibiza auf die Insel. Um 1800 vor Christus Fest steht, dass die frühesten Menschen auf Mallorca in Höhlen und einfachen Hütten aus Stroh und Ästen lebten. Sie gingen auf die Jagd und lebten vom Fischfang. Eine Landwirtschaft im heutigen Sinn gab es noch nicht, aber sie hielten sich schon Tiere. Da keine befestigten Siedlungen aus dieser Zeit bekannt sind, geht man davon aus dass die Bevölkerung in kleinen Gruppen in Frieden lebte. Bewohnte natürliche Höhlen und Grotten sind heute auf der Insel an vielen Stellen nachgewiesen, wobei einige riesen groß sind. In Bous al Castillo de Santuari bei Felanitx gibt es eine 60 m lang Höhle die über viele Generationen genutzt wurde, möglicherweise zusätzlich auch als Grabhöhle. Von den möglichen Stein- und Laubhütten, in denen die Menschen ebenfalls gelebt haben dürften, ist dagegen nichts erhalten. Da die Häuser aus vergänglichem Material errichtet wurden, sind sie zerstört. Oft wurden sie später abgebrochen oder in jüngerer Zeit wieder überbaut. In die Zeit um 1800 vor Chr. datiert man die ersten Grabhöhlen. In oft mühevoller Arbeit gruben die Menschen Höhlen in den Felsen, um ihre Toten in Gemeinschaftsgräber niederzulegen.

Über Jahrhunderte hinwegbenutzte man immer die Gleichen und öffnete diese ein Vielfaches. wie es auch aus anderen Ländern bekannt ist, wurden die Toten auch mit vielen Beigaben auf die "Reise" geschickt. Die Begräbnishöhlen auf Mallorca bestanden häufig aus einer Vor- und einer Bestattungskammer mit einer Wandnische. Dieser Typus kommt nicht nur auf den Balearen, sondern auch z. B. auf Malta, Sardinien, Zypern und den Kykladen vor und ist - wie Giovanni Lilliu glaubt - wahrscheinlich in Syrien und Palästina entstanden. Aus der Zeit ab 1.700 v. Chr. stammen die ersten Wohngebäude, so genannte Navetas, große Steinbauten in der Form eines Schiffes. Sie wurden von ca. 13 Personen durchschnittlich bewohnt. Die sogenannte Talayotische Epoche dauerte 1200 Jahre. Der Begriff "Talayot" wurde von Ramis y Ramis 1818 in die Kunstwissenschaft eingeführt. Er leitet sich vom arabischen Wort "at-talayi" ab und bedeutet "Schildwache. Man kann nachvollziehen, dass in der Zeitspanne zwischen 1.300 und 1.200 v. Chr. wohl das friedliche Leben zu Ende war. Die ungeschützten Siedlungen wurden zerstört und durch stark befestigte ersetzt. Woher die neuen kriegerischen Siedler kamen, ist nicht eindeutig zu klären. Sichtbares Zeichen der neuen Besiedlung sind die teilweise mächtigen "Talayots. Hier wurden Blöcke über- und nebeneinander geschichtet, störende Vorsprünge abgeschlagen oder durch kleinere Blöcke ausgeglichen. An den Zyklopenbauten Mallorcas sind die vier bis fünf Meter hohen turmartigen Bauwerke mit zwei Meter dicken Wänden bemerkenswert. Klassenunterschiede gab es natürlich auch schon in der Zeit vor Christus.

So wohnte die untere Bevölkerungsschicht in Hütten und konnten sich Schwerter Pfeile und Schilder nicht erlauben. Für sie kam auch nur die Bestattung in natürlichen und künstlichen Höhlen in Frage. Die so genannte Talayotische Epoche dauerte 1200 Jahre. Der Begriff "Talayot" wurde von Ramis y Ramis 1818 in die Kunstwissenschaft eingeführt. Er leitet sich vom arabischen Wort "at-talayi" ab und bedeutet "Schildwache. Man kann nachvollziehen, daß in der Zeitspanne zwischen 1.300 und 1.200 v. Chr. wohl das friedliche Leben zu Ende war. Die ungeschützten Siedlungen wurden zerstört und durch stark befestigte ersetzt. Woher die neuen kriegerischen Siedler kamen, ist nicht eindeutig zu klären. Sichtbares Zeichen der neuen Besiedlung sind die teilweise mächtigen "Talayots. Hier wurden Blöcke über- und nebeneinander geschichtet, störende Vorsprünge abgeschlagen oder durch kleinere Blöcke ausgeglichen. An den Zyklopenbauten Mallorcas sind die vier bis fünf Meter hohen turmartigen Bauwerke mit zwei Meter dicken Wänden bemerkenswert. Klassenunterschiede gab es natürlich auch schon in der Zeit vor Christus. So wohnte die untere Bevölkerungsschicht in Hütten und konnten sich Schwerter Pfeile und Schilder nicht erlauben. Für sie kam auch nur die Bestattung in natürlichen und künstlichen Höhlen in Frage. Um 1300 vor Christus In der Zeit der Tayalotischen Epoche ist die Insel auffallend gleichmäßig bebaut worden.

Man geht heute von ca. 10.000 Bewohnern auf der gesamten Insel aus. Die Siedlungen bestanden meistens aus ca. 100 Personen und waren nur ungefähr 4 Kilometer von einander entfernt. Sie waren mit großen Mauern umgeben und selbst am Meeresrand zu finden. Hieraus schließt man, daß die Bewohner sich nicht von Feinden außerhalb der Insel bedroht fühlten, sondern eher die Siedlungen untereinander sich bekämpften. Gottheiten zu dieser Zeit waren die Sonne und der Stier. Zu den bemerkenswertesten Funden gehören die drei bronzenen Stierköpfe von Costitx (heute im Archäologischen Nationalmuseum Madrid, Kopien im Museu de Mallorca in Palma und in der Casa de Culturo in Costitx), die auf eine Verehrung des Stiergotts hindeuten. Nach 1300 v. Christus konnte man die Einführung der Landwirtschaft und Viehzucht nachvollziehen. Auch der Handel mit anderen Völkern begann. Man konnte sich schon zu dieser Zeit mit hochwertigen Keramikprodukten sehen lassen. Im 6. Jahrhundert vor Christus kam Mallorca unter griechischen Einfluß und die tayalotische Zeit fand ein Ende. In Nachweisen kann man lesen, daß die Griechen ab 650 vor Christus auch auf Mallorca gelebt haben. Mallorca wurde zu dieser Zeit als die "Insel der Nackten" bezeichnet, da die Bewohner im Sommer keine Kleidung trugen. Die phönizische Übermacht im Mittelmeer um 814 vor Christus hat Mallorca kaum berührt, wenn überhaupt nur durch den Handel und Kulturaustausch. Die Bewohner Mallorcas galten ja von jeher als gefürchtete Steinschleuderer, so wurden sie auch als Söldner zunächst von Karthago und dann von den Römer gegen Kartago eingesetzt. Die Einwohnerzahl der Mallorcabewohner nahm dadurch natürlich erheblich ab. Diejenigen, die den Weg zurück auf die Insel gefunden haben, brachten natürlich neue Sitten und Kulturformen mit. Ob es stimmt, dass mallorquinische reiche Männer ihre Frauen kauften und sie mit Söldnern bezahlten, ist nicht bestätigt. Gegen 100 vor Christus übernahmen die Römer das Mittelmeer, zeigten aber wenig Interesse an Mallorca. Dies änderte sich aber, als die Mallorquiner sehr erfolgreich die Handelsschiffe der Römer im Mittelmeer überfielen. Quintus Cäcilius Metellus 123 v. Chr. führte eine Strafexpedition gegen Mallorca durch.

Wo die Kriegsflotte mit 3.000 Soldaten vom spanischen Festland auf der Insel landete ist nicht genau bekannt. Die Insel wurde 123 v. Chr. nicht vollständig von den Römern unterworfen. Größere Siedlungen vereinbarten mit den Römern Vereinbarungen und wurden verschont. Pollentia das heutige Alcudia, Palmaria, das heutige Palma sind zwei Beispiele dafür. Nachdem die Balearen ungefähr dreihundert Jahre hin und her geschoben wurden, wurden sie 369 nach Christus eine eigene römische Provinz mit dem Namen "Insulae Baleares" oder "Baleärica". Die Hauptinsel nannte man Balearis Major oder Majorica. Einige 1000 römische, vom spanischen Festland abstammende Kolonialisten siedelten sich schon kurz vor Christi Geburt auf der Insel an. Sie führten die Viehzucht, den Ackerbau, das Anlegen von Olivenhainen und Weinbergen ein. Die römische Sprache, Kultur, Sozialstruktur, Religion und Kunst begannen sich auf Mallorca durchzusetzen. Nun entstanden die ersten Städte. Die erste Handelsstraße entstand zu dieser Zeit, von Alcudia über Inca nach Palma. Fünf große Städte sollen zu dieser Zeit entstanden sein, wobei nur das heutige Alcudia und Palma darüber nachweise führen können. Die heutige Stadt Manacor sollte auch dazu gehört haben, aber es gibt keine Beweise. In den weiteren Jahren entstanden viele kleinere Ortschaften, die auf die römische Siedlungsstruktur zurückgehen.Die heute oft auffallenden Bezeichnungen Lluc rühren aus dem lateinischen Wort "Lucus - Wald". Die Orte Lluc, Llucmajor, Llucalcari usw. tragen heute noch diese Namen. Die Bewohner der Insel Mallorca zählten im ersten Jahrhundert n. Christus ungefähr 30.000.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts - mit dem Tod Kaiser Konstantins des Großen - wiederholten sich die sozialen Konflikte im gesamten Römischen Reich. Es folgte die Eroberung der Balearen durch die Vandalen und die Zerschlagung des Römischen Reichs. In den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt kam auch das Christentum nach Mallorca. Spekulationen, nach denen der Apostel Paulus 58 nach Christus die Insel besucht haben soll, sind nicht bewiesen. Um 380 nach Christus wurde das Christentum auf Mallorca eine führende Glaubensrichtung. Es wurden die ersten Kirchen gebaut und Mallorca wurde eine eigenständige Diözöse. Auch die jüdische Religion etablierte sich auf der Insel um die Zeit 100 nach Christus, als Jerusalem zerstört war. Die Juden auf Mallorca waren schnell zu Reichtum gekommen und es gab nachweislich Spannungen zwischen den beiden Glaubensgruppen. Wenig bekanntes gibt es über den Zeitraum 500 bis 1000 nach Christus. Man vermutet, daß diese Zeit mit vielen Unruhen gefüllt war. Die Vandalen fielen aus dem Norden ein und plünderten das heutige Alcudia. Nach zwanzig Jahren zerfiel das Reich der Vandalen und Mallorca lag an der Erde. Zerstörte Gebäude, Christenverfolgung und die totale Zerrottung der Menschen war die Folge. Um 533 übernahmen die Byzantiner die Herrschaft und Mallorca wurde von Sardinien aus regiert. Das Jahrhundert des Wechsels Die nächsten 100 Jahre nach 1387 waren beprägt von ständigen Königswechseln. Johann I., Martin I., Fernando de Antequera, Alfonso V. und Juan II. Eine Vernunftehe führte im Jahre 1479 wieder mal zu einer Vereinigung. Die katholische Königin Isabella von Kastilien und König Ferdinand von Aragón führten mit Ihrer Heirat Aragón und Kastilien zusammen.
 
Auch in dieser Zeit blieb Palma die Handelsstadt des Mittelmeeres. Aber es gibt nicht nur gutes aus dieser Zeit zu berichten. Seuchen und Wirtschaftskrisen taten das ihre dazu um diese Zeit nicht nur im Glanz erscheinen zu lassen. Grosse Teile der mallorquinischen Bevölkerung verstarben an der Pest, Cholera oder anderen Seuchen. Im Jahre 1348 starben alleine 15.000 Bewohner der Insel und im Jahre 1375 gar 30.000. Die Kriegssteuern und auch die Handelssteuern, die willkürlich von den Königen festgesetzt wurden, ließen die Menschen verarmen. Es gab Bauernaufstände und die Unzufriedenheit der Bauern und Handwerker schien auch der Anfang der Judenverfolgung auf Mallorca zu sein. Ein denkbares Datum zu diesem Thema war der 2. August 1391, als in der bekanntesten Judenstrasse Palmas, der Monte-Sion-Strasse, ein Massaker von ausständigen Christen vollzogen wurde. Ungefähr 400 Juden fanden hierbei den Tod. Als Folge hieraus ergab sich eine starke Abwanderung der Juden aus Mallorca, womit auch ein grosses Kapital die Insel verlies. 1435 gab es einen weiteren Höhepunkt der Judenverfolgung auf Mallorca. Nur die Entscheidung von über 200 Juden, sich taufen zu lassen, verhinderte ein weiteres Massaker. Einige Zeit später, wir schreiben das Ende des 1500 Jahrhunderts gab es auf Mallorca, übrigens einzigartig in ganz Spanien, keine jüdische Gemeinde mehr.

Die Marienverehrung spielt auf Mallorca seit dem Mittelalter eine grosse Rolle. Es gibt zahlreiche Kirchen und Kapellen Mariengnadenbildern. Das älteste Mariengnadenbild auf der Insel steht in Lloseta und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Madonna von lluc ist weltweit das bekannteste Mariengnadenbild auf Mallorca. Diese Skulptur ist zwischen 1250 und 1350 entstanden. Sie ist seit der Schaffung jährlich Ziel einer grossen Pilgergemeinde. Auch die mallorquinische Malerei hatte im späten Mittelalter ein sehr hohes Niveau. Viele Tafelgemälde, die heute noch zu besichtigen sind, zeugen von dieser Zeit. Die Kirche von Santa Eulalia, ein Gemälde in der Jesuitenkirche Monti-Sion in Palma und viele Sammlungen im Museum von Mallorca, dem Dom- und Diözesanmuseum sind hier besonders zu erwähnen. Durch die Veränderung der Handelsströme ging unter byzantinischer Herrschaft der Schwerpunkt Polentia im Nordosten unter. Der Hafen von Palma im Südwesten lag plötzlich strategisch günstiger und Palma entwickelte sich ab dem 10. Jahrhundert zum wichtigsten Hafen der Insel. Auch die Entwicklung der Glaubensrichtungen festigte sich mit der byzantinischen Kirche nach 534. Bischof Elias von Mallorca gilt als der erste Bischof der Insel. Frühchristliche Architekturen führen in das 4. und 5. Jahrhundert, wurden aber alle von den Vandalen zerstört. Im 8. Jahrhundert befanden sich die Balearen zwischen den christlichen und maurischen Machtbereichen und wurden zu einer Seeräuberinsel. Die Mallorquiner überfielen arabische und später christliche Handelsschiffe und überfielen die italienischen und französischen Küsten. Bis zum 12. Jahrhundert bildeten die Raubzüge die Haupteinnahmequelle der mallorquinischen Bevölkerung. Als um 813 eine Schiffsflotte auf dem Weg von Korsika nach Spanien mit 500 christlichen Sklaven an Bord von Mallorquinern überfallen wurde, kam es zu einem Abkommen und einem Nichtangriffspakt zwischen den Beteiligten. 848 hielten sich die Mallorquiner angeblich nicht an die Vereinbarung und so kam es zu einem Überfall mit 300 Schiffen und hohen Tributzahlungen durch Mallorca. Die Blütezeit Mallorcas und der Stadt Palma begann um 900, als Mallorca doch unter maurische Herrschaft fiel. Mallorca wurde eine abhängige Provinz von Cordoba.

Die Mallorquiner nahmen an maurischen Beutezügen teil und wurden so zu einem wichtigen Stützpunkt der arabischen Flotte. Sklavenhandel und Piraterie blieben auch, als Mallorca nach 1015 unabhängig wurde. 1093 bis 1114 wurde Palma weiter ausgebaut und die Stadtmauer errichtet. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts lebten in Palma 80.000 Einwohner und die Stadt war größer als Barcelona. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Stadt diese Einwohnerzahl wieder. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde es den Christen durch die dauernden Schiffsüberfälle zu bunt, und die Seerepublik Pisa schlug zurück. 30.000 Mann und 800 Schiffe plünderten und eroberten die Insel 1115. Trotzdem blieb Mallorca islamisch. Der arabischen Kultur verdankt Mallorca ihre Keramikverarbeitung, die Förderung der Künste und die Förderung der Literatur und Architektur. Die Arabischen Bäder in Palma erinnern an diese Zeit. Von den Arabern, die bestens mit dem Problem des Wassermangels vertraut waren, übernahmen die Mallorquiner Anbau- und Bewässerungsmethoden, die Errichtung von Terrassenanlagen, wie sie - in der arabischen Tradition stehend - z. B in Estellencs oder Banyalbufar im Nordwesten Mallorcas zu sehen sind. Zitronen- und Orangenpflanzungen sowie Mandelbaumkulturen wurden angelegt, der Weinbauintensiviert. Nicht zuletzt tragen die Ortschaften, die noch heute mit dem mallorquinischen Weinanbau in Verbindung gebracht werden, arabische Namen, wie Binissalem oder Biniamar. Möglicherweise stehen auch Gartenanlagen in Verbindung mit Wasserspielen, wie sie heute noch z. B. in Son Alfàbia zu besichtigen sind, in der arabischen Tradition. Um 1229 wurde Mallorca wieder durch die Christen erobert. Dies bedeutete für die Insel einen tiefen Einschnitt in die Geschichte und die Kultur.
 
Die einheimische Bevölkerung wurde nach einem Herrschaftswechsel vertrieben und durch Neuansiedler ersetzt. Viele hatten schon einmal geplant die Insel zu erobern, aber der König von Aragon, Jaume I. el Conqueridor machte „Nägel mit Köpfen“. Er, der mit elf Jahren 1218 die Herrschaft über Aragon, Katalonien und die Provence übernahm gehört zu den schillerndsten Gestalten der spanischen Geschichte, war Politiker, Eroberer, Verfasser einer der wenigen mittelalterlichen Autobiographien. Am Ende seines Lebens war Jaume I. Herrscher vom Königreich Mallorca und Valencia. Der Seefahrer Pere Martell soll den König Jaume I. auf die Idee der Eroberung Mallorcas gebracht haben. Bei einem Festessen setzte er dem König mallorquinische Produkte vor. Am heiligen Abend 1228 rief er dann den Krieg gegen die „ungläubigen Mallorcas“ aus. 15.000 Soldaten, 300 Tempelritter und 1500 Pferde auf 150 Schiffen brachen Richtung Mallorca auf. Am 10. und 12. September gingen die Soldaten in Sant Elm und in Santa Ponca an Land. Dort, wo der Junker Riudemeya, der anschließend zum Ritter geschlagen wurde, die Königsstandarte in den Boden gerammt haben soll, steht heute das mächtige steinerne Gedenkkreuz von Santa Ponca aus dem Jahr 1929. Die Mallorquiner zogen sich nach Palma zurück und hielten die mit 160 Türmen ausgebaute Stadt über drei Monate bis sie aufgeben mussten. Ein Teil der Inselbevölkerung zog sich auf die Festung Alaró zurück, die bis dahin als uneinnehmbar galt. Aber auch diese gaben nach kurzer Zeit kampflos auf.

Damit nahm der „heilige Krieg“ vorerst sein Ende, obwohl er alles andere als christlich war. Über 20.000 Moslems sind bei der Schlacht um Palma ums Leben gekommen. Mallorca wurde eine neue Diozöse mit einem eigenen Bischof. Die Moscheen der ehemaligen Bewohner wurden umgeweiht. In den folgenden Jahrzehnten ersetzte man die Moscheen durch Kirchenneubauten. Auch entstanden nach der Eroberung eine Universität, Krankenhäuser und Klöster. An der Stelle des heutigen Rathauses entstand 1230 das größte Hospital der Insel. 1249 wurde die Universiät der des Königreiches Mallorca gegründet. Zwischen 1231 und 1256 entstanden die Klöster der Franziskaner, der Zisterzienser, der Trinitarier, der Augustiner und der Karmeliter. Die Landaufteilung erfolgte durch den König in den damals üblichen Formen. Große Ländereien, vor allem im Norden der Insel, gingen aus Dankbarkeit an den Tempelorden. Gut 50 % der Ländereien gingen an die Kirche, aber auch verdiente Einzelpersonen erhielten Landzuweisungen. Viele neue Siedler kamen aus Katalonien und und verbreiteten ihre Sprache und Traditionen. Das heutige Mallorquin begann sich als Inselsprache durchzusetzen. Im Laufe des 13. Jahrhunderts zeigte sich das „neue“ Mallorca als ein Zuhause vieler Nationalitäten. Moslems, Christen, Juden alle lebten, mehr oder weiniger, friedlich viele Jahrhunderte nebeneinander. Jaume der I. verstarb 1276. In seinem Testament bestimmte er schon vierzehn Jahre vorher, das das Reich Aragón zwischen seinem ältesten Sohn und seinem Sohn aus der zweiten Ehe geteilt werden sollte. Jaume II., der jüngere Sohn erbte die Balearen und einige südfranzösische Landstriche. Militärisch kaum zu verteidigen und schlecht regierbar war dieses Erbe von Beginn an. Im September 1276 ernannte sich Jaume II. zum König von Mallorca. So komisch es sich anhört, aber die Hauptstadt dieses Königreiches Mallorca war die Stadt Pergignon. Hier wurde das Reich verwaltet und die Stadt Palma diente nur zu zeremoniellen Zwecken. Wie unter Brüdern zu dieser Zeit meist üblich, zerstritt man sich, den Perdro III. erhob einen Anspruch auf das Königreich Mallorca. Auch mit der Hilfe anderer Nationen konnte Jaume II. das Reich nicht retten, und so war die Unabhängigkeit der Krone Mallorcas nach drei Jahren schon beendet. Trotz der Rivaltäten nutzte Jaume II. die Gunst der Stunde und begann Palma, die Hauptstadt der Balearen nach und nach umzugestalten. Er ließ das Castell de Bellver bauen und den Almudaina Palast zu einem neuzeitlichen Königspalast umbauen.

Zu dieser Zeit wurde auch mit dem Neubau der Kathedrale begonnen. Zu dieser Zeit lebten ca. 25.000 Menschen in der Stadt Palma und nochmals die gleiche Zahl auf dem Lande. Wenn man von Jaume dem II. spricht, darf man auch weitere Ansprüche seiner Macht nicht vergessen, wie die Paläste in Manacor, Sineu und Valldemossa. Jaume II. verstand sich auch als Städtebauer, viele Orte lassen noch heute sein einheitliches Bild von gleichmäßigen Strassenachsen erkennen. Petra, Llucmajor und Campos sind nur einige Beispiele. Mit Jaume II. ist auch sein Page und späterer Held Mallorcas, Ramón Llull zu nennen. 1232 in Palma geboren, ging er zunächst einen nicht einfachen weg. Schriftsteller, Philosoph und Missionar sind die positiven Berufsbezeichnungen, die in den Geschichtsbüchern stehen. Die ersten Jahrzehnte lebte Ramón Llull, der Sohn einer reichen Familie aus Barcelona, recht freizügig für seine Zeit. Über die Frauengeschichten, die man ihm nachsagt, könnte man Bücher füllen. Eine unerfüllte Liebe und die angebliche Erscheinung des gekreuzigten Jesus, führten ihn in ein neues Leben. Er veränderte seinen Lebenswandel, verkaufte seinen Besitz und unternahm viele Pilgerreisen. Die Geschichtsbücher erklären, dass Ramón Llull sich exakt am 4. Oktober 1263 entschloss sein Leben der Bekehrung der Moslems und Juden zu widmen. Parallel zu seinen Reisen begann er diverse Privatstudien. Dazu gehörten arabische und lateinische Philosophie, christliche Glaubens- und Sittenlehre, die Medizin und diverse Sprachen. Seine Missionsreisen führten ihn nach Kleinasien, Nordafrika und Zypern. In Tunesien fand Ramón Llull den Tod. Man spricht davon, dass er an den Folgen einer Steinigung verstarb. Nach dem Tod von König Jaume II. 1311, wurde sein Sohn Sancho I. König von Mallorca. Von ihm ist wenig bekannt, man sagt, dass er ein sehr zurückhaltender König war, der in seiner 13 jährigen Herrschaft nichts bewegte. Mit 47 Jahren verstarb er und hinterließ keinen Erben für den Trohn. Dadurch entstanden wieder neue Spannungen zwischen Aragón und Mallorca. Man einigte sich schließlich auf den Sohn von Sanchos Bruder, der sich als Jaume III. zum König von Mallorca krönen lies. Der clevere König von Aragón, der immer noch hinter dem Königreich Mallorca her war, knüpfte geschickte Bande zwischen dem neuen König Mallorcas und der Tochter des aragonischen Thronnachfolgers.

Damit schuf er die Basis einer möglichen Beerbung des mallorquinischen Königreiches. Man kann Jaume III. nicht nachsagen, dass er fauler und bequemer König war. Er setzte zahlreiche Reformen durch. Es gab neue Freiheiten für das Volk und neue Gesetze für die Handelsschifffahrt. Der Erfolg sprach für ihn, die Wirtschaft und der Handel blühten auf. Wieder mal zeigte sich die geografische Lage der Insel Mallorca als Verbindung zwischen Europa und Afrika. Wenn man sich alte Bilder der Stadt Palma aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts anschaut, findet man immer grosse Handelsschiffe, die im Hafen liegen. Fachleute nannte und nennen auch noch heute diese Zeit das mittelalterliche „Wirtschaftswunder“. Die größte der mallorquinischen Flotte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts war, mit ungefähr 360 seetüchtigen Schiffen, nicht zu verachten. 1325 wurde ein Seehandelsgericht eingerichtet und die gerichtlichen Belange der Seefahrer zu bearbeiten, das Consolat de Mar. Die Handelswaren umfassten Felle, orientalische Farbstoffe, englische Wolle und mallorquinische Webstoffe. Als Verbindung zwischen dem christlichen Abendland und dem muslimischen Afrika wurde die Insel Mallorca der Hauptumschlagplatz für den Sklavenhandel. Die wichtigste Handelsmacht des westlichen Mittelmeeres umfasste in der Mitte des 14. Jahrhunderts fast 400 Schiffe und 30.000 mallorquinische Seeleute. Was viele nicht wissen ist, dass die Mallorquiner schon ein dreiviertel Jahrhundert vor den Portugiesen die unbekannte Küste Westafrikas besegelten. Vier Generationen bestand das Königreich Mallorca und war nur wenige Jahre eigenständig. Die Abhängigkeit vom Königreich Aragón und die ständigen Erbstreitigkeiten erreichten 1343 ihren absoluten Höhepunkt. Jaume III. nun schon sieben Jahre mit der Schwester des Königs von Aragón verheiratet, konnte sich gegen seinen Schwager, Petro IV. nicht durchsetzen. Unter einem fadenscheinigen Argument zog Petro 1343 gegen Mallorca in den Krieg und besetzte die Insel.

Ende diesen Jahres entzug er Jaume III. die Herrschaft über Mallorca und lies sich Mitte 1344 in der Kathedrale von Palma krönen. Jaume ruhte nicht und kaufte sich vom Verkauf seines übrig gebliebenen Besitzes eine Armee um die Insel Mallorca zurückzuerobern. 20 Schiffe, 350 Reiter und 3000 Fußsoldaten machten sich auf den Weg in Richtung Mallorca. Der derzeitige Stadthalter Palmas, Gilabert de Centelles, erfuhr aber früh genug von den Plänen Jaumes und holte sich Hilfe vom Festland. Trotz der vielen Anhänger, die Jaume noch auf der Insel hatte, kam es in der Nähe von Llucmajor zu einer großen Schlacht im Oktober 1349. Der abgesetzte mallorquinische König Jaume III. fand in der blutigen Schlacht den Tod und seine Armee unterlag der Übermacht Pedros. Jaume III. fand in der Kathedrale von Valencia die letzte Ruhe. Das Castell de Bellver, als Residenz erbaut, wurde ein Gefängnis für die Familie Jaumes. Der Sohn Jaumes, der als Jaume IV. König von Mallorca hätte werden können, wurde über zehn Jahre in einem eisernen Käfig in Barcelona gefangen gehalten.

 
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