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19.

September

Cap de Formentor

Die spitz zulaufende Landzunge Mallorcas wird Formentor-Halbinsel genannt. Sie ist der am meisten nördlich gelegene Teil der Insel, das Cap de Formentor heißt. An diesem Kap befindet sich ein Leuchtturm, den man bequem mit dem Wagen erreichen kann oder zu dem sich eine Wanderung lohnt, die zwar anstrengend ist, einen dafür jedoch mit einer herrlichen Naturkulisse belohnt. Einige Kilometer vom Leuchtturm entfernt, befindet sich der Aussichtspunkt Mirador del Moll del Patronet (mirador = Aussichtspunkt). Von dort aus hat man die Möglichkeit, die atemberaubend schöne Küste mit ihren steilen Klippen zu betrachten. Entlang der Küstenlinie der Halbinsel finden sich einige schöne Buchten, in denen man je nach Jahreszeit gut baden können soll, wie mir einige Mallorcaurlauber versicherten. Ich selbst habe dort bislang nicht baden können, da ich lediglich im Winter beziehungsweise im zeitigen Frühling auf der Insel war. Ein Besuch der Halbinsel Formentor ist meiner Meinung nach jedoch auch ohne einen Ausflug ins Meer äußerst lohnenswert.

Während meines ersten Urlaubs auf Mallorca fuhr ich zusammen mit meiner Freundin am späten Nachmittag eines sonnigen Tages zur Formentor-Halbinsel. Wir waren spät dran und beschränkten unsere Erkundungen daher auf einen Abstecher zum Aussichtspunkt namens Mirador d'Es Colomer.

Vom Parkplatz aus führen etliche Stufen zur ummauerten Plattform, von der man einen phantastischen Ausblick auf eines der am meisten fotografierten Motive Mallorcas hat: die winzige Felseninsel El Colomer. Im warmen Licht der untergehenden Sonne sieht dieses heimliche Wahrzeichen Mallorcas besonders reizvoll aus (siehe Abbildung oben rechts).

Direkt hinter der Mauer des Aussichtspunktes fallen die Ausläufer des Tramuntanagebirges steil ins Meer ab. Die Plattform befindet sich in 232 Meter Höhe. Wer unter Höhenangst leidet, sollte besser keinen Blick in die Tiefe riskieren. Allen anderen sei dies empfohlen, da man den vielen bei ihrem Spiel mit dem Wind aus einer sonst eher ungewöhnlichen Perspektive zusehen kann.

Im April 2002, also während meines zweiten Mallorcaurlaubs, besuchte ich endlich das Cap de Formentor mit seinem Leuchtturm (siehe Abbildung rechts). Am Kap wehte ein extrem starker Wind, der allen Anwesenden die Frisuren kräftig durcheinander brachte. So manches Kind wurde von seinen Eltern in den Schraubstockgriff genommen, da Leichtgewichte vom Wind durch die Gegend geschoben wurden. Direkt am Leuchtturm gibt es eine kleine Einkehrmöglichkeit und ein paar öffentliche Toiletten, vor denen lange Warteschlangen an der Tagesordnung sind.

Die Aussicht, die sich einem vom Kap aus bietet, ist beeindruckend. An drei Seiten erstreckt sich das azurblaue Mittelmeer, an der vierten erheben sich die Ausläufer des Tramuntanagebirges, die am Kap steil ins Meer abfallen. Die Klippen sind teils mehr als hundert Meter hoch und ausgesprochen imposant. Rund um den Leuchtturm wachsen nur wenige Pflanzen, die dem permanenten, kräftigen Wind standhalten können. Unter ihnen sind beispielsweise einige sehr struppige Zwergpalmen.

Blickt man vom Kap aus in Richtung des Landesinnern von Mallorca, so sieht man an der Küste viele kleine Landzungen, die weit ins Meer ragen und schroff abfallen. Die raue Schönheit Mallorcas ist an dieser Stelle besonders ausgeprägt und ausdrucksstarke Fotomotive bieten sich zuhauf.

Quelle: Dipl.-Phys. Gaby Schulemann

 
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